
Da ich simyo1 seit inzwischen mehreren Jahren für mein Zweit-Handy nutze und damit einige Erfahrungen gesammelt habe, fasse ich diese nun mal zusammen. Vorab:
Ich bin mit simyo insoweit zufrieden, als das meine Erwartungen erfüllt wurden.
Ich hoffe dieser Artikel wird Anderen helfen heraus zu finden ob simyo auch für sie die richtige Wahl ist. Zum Vergleich ziehe ich mein anderes Handy heran, eins mit Vertrag, sowie mein voriges Modell das mit herkömmlichen Prepaid-Karten lief.
simyo war der erste Discount-Tarif fürs Handy seiner Art der sich vorrangig an die Internet-Klientel richtete. Simyo ist ideal für die Poweruser die eh vor dem Rechner sitzen und ihre Bankgeschäfte per Online-Banking erledigen. Denn das muss man vorab wissen: simyo ist u.a deswegen so billig weil der Mobilfunk-Anbieter sich hierbei die Infrastruktur sowie die sonst anfallenden Umstände einer Handy-Aufladung spart.
simyo ist auf das Aufladen übers Internet und Überweisung angelegt.
Das Einverständnis vom Konto automatisch abzuheben sprich eine Einzugsermächtigung ist eine Alternative. Eine weitere Möglichkeit ist die Aufladung per SMS die dann ebenfalls vom Konto abgezogen wird. Es gibt aber keine Karten zum Aufladen beim Kiosk oder in der Drogerie.
Das kam für Alles mich nicht in Frage, denn simyo sollte mir ja helfen meine Handy-Kosten zu verringern und zu leichter überblicken. Ich will gern die Kontrolle behalten darüber wie viel ich fürs Telefonieren bezahle.
simyo ist also vorrangig Prepaid, zu deutsch "vorher bezahlt", übers Internet. Wer nur selten am Rechner ist und seine Konto-Daten nicht bereitwillig hergibt wird mit simyo vielleicht nicht ganz so glücklich.
simyo ist deswegen so einfach weil ich immer den Kopf frei habe und nicht jedesmal überlegen muß wieviel mich ein Telefonat kostet. Egal ob ich ins Festnetz oder in mobile Netze anrufe, egal ob O2, T-Mobile oder Versatel der Preis von 9 Cent pro Minute oder SMS bleibt stets gleich. simyo selbst läuft über das Netz von E-Plus.
Überraschungen auf der Handy-Rechnung gibt es seit simyo nicht mehr.
Zudem wird anders als bei einer Handy-Flatrate wo man quasi eine bestimmte Summe vertelefonieren muss bei simyo nur das berechnet was man an Kosten verursacht hat. Gleicher Preis in alle Netze gilt allerdings nicht ganz denn von simyo zu simyo sind Telefonate noch billiger, sprich 6 Cent. Daher lohnt es sich die Familie, Firma oder den Verein mit simyo auszustatten.
Mein Zweit-Handy für simyo nutze ich als Wenigtelefonierer. Das war auch der Grund mich für simyo zu entscheiden: Die Begrenzung und die Kontrolle der Handy-Kosten. Das ist mir durchaus gelungen, anders als bei meinem Vertragshandy wo ich knapp 10 Euro Flatrate bezahle. Da werden aber noch die Handy-Anrufe in andere Netze aufgeschlagen werden. In einem Monat war etwa ein einziger Anruf so teuer als das gesamte Volumen der Flatrate.
Das simyo-Handy kann ich auch mal einen Monat gar nicht benutzen.
Dann fallen auch keine Kosten an. Aufpassen müssen allerdings diejenigen die das simyo Handy nur für den Notfall in der Schublade lagern. Nach 6 Monaten wird die SIM-Karte abgeschaltet, ohne Vorwarnung. Das ist mir diese Jahr passiert. Meine Nummer war dann leider auch weg. Trotzdem habe ich mich entschieden mich wieder bei simyo anzumelden. Dazu weiter unten mehr.
Anders als mein altes Prepaid-Handy was ich zuvor mit Karte nutzte gibt es keinen Mindestbetrag beim aufladen bei simyo. Die Karte bzw. später oftmals nur die Aufladung gab es ab 15 Euro am Stück.Zum Vergleich:
simyo nimmt auch Bagatellbeträge wie 2, 3 oder 5 Euro an.
Ich kann zahlen so viel ich letztlich verbrauchen möchte. Das funktioniert sehr gut. Ich schaue einfach noch wie viel Guthaben noch auf der Karte ist und schränke mich beim Telefonieren ein. Bei sog. Flatrates gerät das leicht aus dem Ruder.
Vieltelefonierer müssten dagegen sehr gut mit den Flatrate-Angeboten vergleichen, wie viel Sie tatsächlich vertelefonieren und ob sich das lohnt. Dafür gibt es auch Online-Rechner2. Im Zweifelsfall vielleicht beide Tarif-Modelle je einen Monat ausprobieren, je nach SIM-Karte ändert sich dann allerdings die Nummer so wie ich verstehe. Möglicherweise kann im E-Plus-Netz diese aber übernommen werden könnte ich mir vorstellen.
Anschließend eben das im Endeffekt günstigere Handy nehmen, das andere nur noch als Zweit-Handy. Wenn man ein Handy-Modell hat das keinen sog. SIM-Lock hat genügt es die SIM-Karte zu wechseln.
Seit langem gibt es ebenfalls über simyo Internet auf dem Handy. Das Angebot ist fast ebenso so simpel und nachvollziehbar. Internet über simyo kostet 9,90 Euro pro Gigabyte Transfer.
teltarif3 hat seinerzeit unter Berücksichtigung aller möglichen Sonderangebote in einem Vergleich festgestellt, dass simyo und verwandte Angebote fürs E-Plus-Netz wirklich führend waren beim Preis.
Mein Zweit-Handy hat kein Internet, Gott sei dank, wenigstens abends und privat Ruhe. Will ich, wie mit meinem Vertragshandy bisher recht selten, doch öfter ins Netz ist das simyo Internet Angebot allerdings eine Überlegung wert. Denn:
Bei simyo wird wieder nur das tatsächlich verbrauchte Volumen berechnet.
Sogenannte Handy-Internet Flatrates rechnet monatlich ab egal ob so viel verbracht wurde oder gar nicht das Internet eingeschaltet war. So gesehen sorgt simyo auch hier für eine logische wie strikte Kosten-Kontrolle. wer allerdings permanent online ist mit dem Handy für den mag die Flatrate doch das Richtige sein.
Tipp: Man sollte fürs mobile Internet einen Handy-Browser wie Opera Mini benutzen der Webseiten komprimiert. Das spart spürbar Datenmenge also Geld. 1GB ist zwar sehr viel, simyo selbst gibt als Beispiel die Zahl von 100.00 Mails an, aber wozu verschwenden. Internet-Handy Modelle älterer Bauart versuchen die Webseiten teils noch unkomprimiert herunterzuladen.
Wer früher in den Urlaub nach Mecklenburg Vorpommern reiste hatte noch hier und da Funklöcher beim E-Plus Netz zu befürchten. Doch da wo ich noch vor einem oder zwei Jahren ein Funkloch hatte ist die Netz-Qualität von E-Plus inzwischen einwandfrei. Das Netz wurde offenbar stetig ausgebaut und verdichtet. Selbst an der polnischen Grenze kann simyo/E-Plus inzwischen problemlos mithalten.
Durch die komplette Netz-Abdeckung ist simyo nun auch für Provinz geeignet.
Wer also auf dem Land lebt oder sich öfters dort aufhält sollte vielleicht trotzdem vorher testen ob die Reichweite von E-Plus genügt. Ich habe nur im Flachland geprüft ob simyo funktioniert. In den Bergen sieht es vielleicht anders aus. Da kann ich leider keine Aussagen treffen.
Eine positive Überraschung erlebte ich allerdings in der Stadt: In Berlin ist der simyo-Empfang besser als das meines Vertragshandys. Letzteres setzt in der Wohnung gern mal aus oder wird metallisch. Dabei war es das weit teurere Mobiltelefon. simyo hat auch in Richtung Hinterhof Empfang.
Was mich an simyo leider besonders stört ist die penetrante Art bei einem Guthaben von unter einem Euro dem Nutzer auf die Nerven zu gehen. Nach jeder abgeschickten SMS gibt es eine Nachricht die vor dem geringem Guthaben warnt und vor jedem Anruf gibt es jedesmal die obligatorische Leier die sich auch nicht ausschalten oder überspringen lässt.
Wer immer genug Geld drauf hat oder automatisch auflädt hat kein Problem.
Alle anderen kann das erheblich stören, denn einen schnellen Anruf tätigen wird zur Geduldsprobe und die erhoffte SMS-Antwort ist dann stattdessen die des simyo-Betreibers.
Erschwerend kommt hinzu, dass es bei mir 3 Tage dauert bis eine Summe die überwiesen wurde auf dem Empfängerkonto landet. So kann es durchaus vorkommen, dass ich übers Wochenende 5 Tage warten muss bis das Handy aufgeladen ist. simyo nervt dann mit seinen Ansagen unablässig weiter.
Last but not least verfällt das Guthaben bzw. die Nummer nach 6 Monaten ohne Benutzung.
das ist ist mir tatsächlich dieses Jahr passiert. Es kam keine Vorwarnung per Mail, zumindest habe ich keine wahrgenommen. Wahrscheinlich hat simyo etliche SMS an mich gesendet aber da ich zuletzt das simyo Handy nur noch als Notfall-Telefon nutzte vergaß ich es in der Schublade. Dann war der Schreck groß. Die Nummer die so leicht zu merken war - unwiederbringlich verloren. Eigentlich beschloss ich ich zur Konkurrenz z gehen.
Es gibt da ja etliche ähnlich einfache Tarife:
und wie sie alle heißen. Doch keiner war so gut wie das Original: simyo. Es scheiterte daran, dass ich nirgends auch nur annähernd meine Wunschnummer bekam. Das klappte schließlich doch, erneut bei simyo. So entschied ich mich trotz leichtem Zähneknirschen wieder für simyo. Dank simyo habe ich also eine selbst gewählte Mobilfunknummer, die weitgehend meinem Geburtsdatum entspricht. So kann ich mir auch erstmals in meinem Leben meine Handynummer merken ohne sie vorher aufschreiben zu müssen. Das ist ein enormer Vorteil im Alltag. Ein Problem besteht allerdings: Man kann berichten zufolge seine Nummer nicht mitnehmen. Ich bin mir aber nicht sicher ob das nur für die alte Nummer gilt die zu simyo transferiert werden soll gilt oder wenn man simyo kündigt.
Was mir an simyo noch zusagt
simyo ermöglicht auch Gruppen zu bilden die untereinander billiger telefonieren können.
Das gibt bei anderen Anbietern und bei Verträgen teils auch aber bei simyo ist es entsprechend einfach und bar jeder Verpflichtung. Es gibt nämlich weder Vertrag noch irgendwelche sonstigen Einschränkungen. Und natürlich bin ich zufrieden wenn ich dann auf meine Handy-Rechnung und am Ende des Monats 3 Euro und ein Paar Zerquetschte da steht.
simyo bietet mittlerweile in angeschlossenen Handyshop etliche Handys, Smartphones, deutlich mehr als andere Anbieter die einen per Vertrag an sich binden. Auch das iPhone gibt es bei simyo ohne Vertrag.
simyo ist nicht für alle aber für bestimmte Anwendungen besonders gut geeignet. Ich sehe das meinen Erfahrungen entsprechend wie folgt:
1simyo Homepage - simyo.de
2Online-Rechner für Handytarife:
inside-handy.de
3Preisvergleich mobiles Internet bei teltarif.de - Der neue Discount-Datentarif von simyo & Co. im Vergleich
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